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„Die Würfel sind noch nicht gefallen.“ - So beschreibt die Bildhauerin Ruth Gindhart die Skulptur, die sie im
Rahmen des Wettbewerbs „Kunst am Bau“ für das Gymnasium Ramstein-Miesenbach geschaffen hat. Damit meint sie nicht nur den
2,5 Tonnen schweren Holzwürfel, der auf einer Kante stehend von einem Winkel aus Edelstahl gehalten wird. Das Kunstwerk stehe
sinnbildlich für die Lebenssituation von Schülern: „Schule ist kein in sich abgeschlossener Bereich, sondern dient der
Vorbereitung des weiteren Lebens. Es werden keine endgültigen Entscheidungen über den zukünftigen Verlauf getroffen. Dieser
Aspekt meiner Arbeit wird durch die Position des Würfels auf dem Fundament verdeutlicht, gleichsam als Sprungbrett, der Winkel
als Schritt zur Selbstständigkeit.“
Im Mai 2001 konnten die Schüler beobachten, wie die Künstlerin aus Berlin schwere Eichenholzbohlen zu einem Würfel verleimte,
ihn mit Hilfe eines Krans kippte, den angeschliffenen Edelstahlwinkel anbrachte und schließlich das Holz durch eine chemische
Reaktion von Wasser und Eisenstaub schwarz färbte. Ganz bewusst hat sie sich dafür entschieden, das Kunstwerk vor den Augen
der Schüler entstehen zu lassen und es nicht fertig zu „importieren“.
Mit der Kombination der beiden gegensätzlichen Elemente Holz und Stahl greift die Absolventin der Hochschule der Künste Berlin
die Architektur des Schulgebäudes auf. Das Holz erinnert an das dominante Baumaterial der Schule und die beiden Edelstahlschenkel
der Skultpur bilden absichtlich keinen 90° Winkel, weil auch die Gebäudeteile der Schule nicht im rechten Winkel zueinander
stehen. Durch ihren Standort zwischen Aula, Anbau und Bäumen werden Würfel und Bogen außerdem zum Bindeglied zwischen
Architektur und Natur. Aus einer einfachen Fläche wird ein in die architektonische Gesamtanlage einbezogener Raum.

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